Vernissage: 29.05.2009, 7pm
Info:
Was Frankenstein für die Filmwelt, so sind Graffiti und Schablonensprühereien die handelsüblichen Schreckgespenster unseres urbanen Kosmos. Den künstlerischen Ansatz dieser häufig genug als Vandalismus oder Schmiererei gebrandtmarkten Kunsformen zu zeigen, und Transparenz und Akzeptanz dieser jungen Kunstgenres zu fördern ist Ziel der ATM Gallery.
Zum ersten mal führt ATM zwei Stilrichtungen der Urban Art zusammen, die gegensätzlicher wohl kaum sein könnten – Stencil und Graffiti.
Während die Stencil- oder Schablonentechnik viel Aufwand und Planung im Vorfeld der eigentlichen Anbringung im Stadtraum benötigt und dann bei der Aktion sehr zügig umzusetzen ist – ist Graffiti eine Kunstform, deren kreativer Prozess im wesentlichen direkt im Moment der Umsetzung stattfindet. Beruhen die Ausdrucksformen des Graffitis hauptsächlich auf der stetigen Neuerfindung urbaner Kalligraphie, bemüht sich das Stencil häufig um figurative Bildlösungen im Stadtraum. Daher wundert es nicht, dass diese beiden Genres im Stadtraum miteinander konkurrieren und sich in Berlin nicht selten feindlich gegenüberstehen. Diese gegenseitige Antipathie in ein kreatives Miteinander zu transponieren, darum bemüht sich die Ausstellung „Frankenstein meets Mummy – Graff meets Stencil“.
Zwei führende Berliner Vertreter dieser beiden Genres sind zum einem der Graffitiartist Bimer und zum anderen Schablonenkünstler M:M. Verwurzelt im klassischen Graffiti ist Bimer ist einer der sichtbarsten Akteure der Berliner Urbanart-Szene. Seinen populären Bären passt er häufig geschickt in die bestehende Stadtarchitektur ein und verleiht seiner Version des Hauptstadt-Wappentieres häufig ein ganz eigenes Moment – denn mit tropfendem Blick beäugt der Bimer-Bär kritisch jede Veränderung in einer erwachenden Hauptstadt. Schablonen-Spezialist M:M hingegen baut seine aufwendigen Pochoir-Arbeiten minuziös aus einer Unzahl verschiedener Schablonen zu fotorealistischen Portraits und urbanen Bestandsaufnahmen zusammen. Beide Künstler haben sich auf dieses Experiment eingelassen, bei der es darum geht beide Stilrichtungen öffentlicher Kunst miteinander zu verknüpfen und neue Ansätze der Zusammenarbeit zu entwickeln.
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