Sprüher, Streetkid, Gelegenheitsschauspieler – der Berliner Graffiti-Artist Bimer zeigt in seiner ersten Einzelausstellung „SICKCITY““ nicht nur zahlreiche Variationen seines bekannten Hauptstadt-Characters sondern auch gesprühte Freestyles neueren Datums.

Bimer ist einer der sichtbarsten Akteure der aktiven Urbanart- und Graffiti-Szene. Der Berliner Bimer-Bär ist der in der Berliner Strassenszenerie wohl am häufigsten auftretende Character überhaupt. Dabei kreiert Bimer seinen mal zähnefletschenden, mal traurig drein blickenden Eisbären nicht nur im klassischen Graffitistyle und beachtlich dimensionierten Pieces, sondern zu seinen eindrucksvollsten Arbeiten zählen nicht umsonst die vielen gemarkerten Bärenköpfe, die überall in der Hauptstadt zu finden sind. Kaum ein Untergrund, kaum eine Fläche, die sicher ist vor der regen Aktivität des jungen Zeichners, versteht Bimer es doch meisterhaft seinen populären Bären in die bestehende Stadtarchitektur einzupassen. Ob nun der Geldschein-angelnde Bootsbär am Rosenthaler Platz, der Fernsehturm-schwingende Baseballbär in Kreuzberg oder der Piratenbär an der Rummelsburger Bucht – Bimer verleiht seiner Version des Hauptstadt-Wappentieres häufig ein ganz eigenes Moment – denn mit kritischem Blick beäugt der Bimer-Bär jede Veränderung in einer aus dem Dornröschenschlaf erwachenden Hauptstadt und pointiert diese oft mit in Spechblasen gefassten Kommentaren in Berliner Schnauze oder Accessoires des Berliner Strassenalltags. Sick Boy Tagwolken verfeinern dabei das sorgfältige Arrangement Bimers tropfender Markerzeihnungen und lassen keinen Zweifel am Ursprung dieses Berliner Originals, der schon seit Jahren auf den Strassen dieser Stadt aktiv ist.

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